35 Jahre lang Verantwortung für andere übernommen

Bad Düben. Am Sonntag, 20. September 2026, wurde in der Kurstadt Bad Düben zum Diakonie-Sonntag eingeladen. Und dabei gab es etwas besonders zu feiern: 35 Jahre Diakonisches Werk Delitzsch/ Eilenburg e. V. in Nordsachsen. 1991 gegründet, hat sich der Wohlfahrtsverband im Evangelischen Kirchenkreis Torgau-Delitzsch von einem kleinen Unternehmen zum größten Arbeitgeber im Landkreis Nordsachsen entwickelt. Von den Anfängen vor 35 Jahren berichtet Maria Dösinger-von Wolffersdorff, die sich mit einer Hand voll Enthusiasten nach der politischen Wende im Osten Deutschlands dieser sozialen Aufgabe stellte. Am 6. April 1991 entstand das Diakonische Werk Delitzsch/ Eilenburg e. V. – damals mit übersichtlichen 10 Mitarbeiterinnen. Diese waren primär in der ambulanten Pflege tätig und bis zu diesem Zeitpunkt als Gemeindeschwestern unterwegs. Später kamen die ersten Kindertagesstätten dazu – so z. B. das „Buratino“ in Delitzsch, welches mit 200 Kinder die größte Einrichtung in der Loberstadt war. Daraus wurde kurze Zeit später das „Kinderhaus zum Regenbogen“. Zurückblickend sagte Maria Dösinger-von Wolffersdorff, dass damals und heute das Motto war und ist: „Verantwortung für andere“ zu übernehmen. Geschäftsführer Tobias Münsche-Paulig bedankte sich bei allen, die damals – vor 35 Jahren – das Werk aufgebaut haben. Heute, nach der Übernahme der Diakonie Torgau/Oschatz, hat man über 700 Angestellte und ist der größte Arbeitergeber in Nordsachsen. Mit einem Blick auf die heutige Zeitz sagt er: „Wir sind das Bindeglied in der Gesellschaft – gerade in dieser nicht einfachen Zeit innerhalb einer immer stärker polarisierenden Welt“. Einen Einblick in die tagtägliche Arbeit gab Daniel Kampfmeier vom Jugendhaus „Poly“ in Bad Düben. So erfuhren die Gottesdienstbesucher auch davon, dass währen der Öffnungszeit zwischen 40 bis 60 Jugendlichen das Haus besuchten – der Zuspruch sei wachsend. Daniel Kampfmeier: „Das liegt auch daran, dass wird die Kinder und Jugendlichen mit ihren Sorgen und Problemen einfach erst nehmen.“ Im weiteren Verlauf der Festveranstaltung wurden die Jubilare geehrt und all jene gesegnet, die seit viele Jahren ihren Dienst unter dem Dach des Werkes tun. Später fand im frisch renovierten Lutherhaus der Kirchengemeinde eine gemütliche Runde statt, bei der ebenso das Einst und Heute der Diakonie in Nordsachsen im Mittelpunkt stand. Andreas Bechert