Am 16. März 2026 besuchte die Sächsische Staatsministerin für Infrastruktur
und Landesentwicklung, Regina Kraushaar, die Alte Schule in Schenkenberg, in der sich auch eine Tagespflegeeinrichtung der Diakonie in Nordsachsen befindet. Auf Einladung von Gemeindepfarrer Matthias Taatz sowie der Landtagsabgeordneten Tina Trompter verschaffte sich die Ministerin vor Ort ein Bild vom aktuellen Stand der Nutzung des Gebäudekomplexes, der mit LEADER-Mitteln um- und ausgebaut worden war.

Im Herbst 2023 verwandelte sich die „Alte Schule“ in Schenkenberg in eine Baustelle. Auf der Suche nach Partnern hatte der Verein „Gemeinsam in Schenkenberg e. V.“ im Diakonischen Werk Delitzsch/Eilenburg e. V. einen Mitstreiter gefunden und beide verfolgten ein Ziel: Den Erhalt des denkmalgeschützten Ensembles und die sinnvolle Nutzung der drei Gebäudeteile. Es entstand das gemeinsame Projekt „Altes Schulensemble Schenkenberg“ und dies hatte zwei grundlegende Schwerpunkte: Zum einen sollte in das alte Haus das Schenkenberger Vereinsleben eine neue Heimstatt finden, zum anderen plante das Diakonische Werk hier ein Angebot für die Tagespflege aufzubauen – barrierefrei, mit Aufzug in die erste Etage. Doch bevor aus Träumen Wirklichkeit werden konnte, standen der komplette Um- und Ausbau aller Gebäudeteile samt neuer Dacheindeckung auf dem Plan. Ebenso galt es, die Finanzen dafür zu ordnen. Als Förderer kam man in das LEADER-Programm, die restlichen 10% stammen aus den Eigenmitteln des Diakonischen Werkes. Geschäftsführer Tobias Münscher-Paulig sagte damals: „Durch die hier entstehenden Interaktionen zwischen lebendigem Vereinsleben und einem Angebot im professionellen Bereich der Altenhilfe entsteht ein Mehrwert auf beiden Seiten und die Teilhabemöglichkeiten der Bürger, die Betreuung erhalten und wirkt somit auch modellhaft. Wir schaffen im ehemaligen Schulensemble eine Tagespflege für ca. 10 Personen. Es entstehen 3-4 Arbeitsplätze neu im Bereich Betreuung und aufsuchender hauswirtschaftlicher Hilfe.“ Die Umbauten und Sanierungsarbeiten verliefen planmäßig. Am 1. August 2024 wird nun die Tagespflegestation eröffnet.

Die Tagespflege entlastet pflegende Angehörige, indem sie ihnen Freiräume für Beruf, Erholung oder eigene Bedürfnisse schafft. Die Gewissheit, dass der pflegebedürftige Angehörige in guten Händen ist, reduziert Stress und Sorgen. Die Diakonie als Trägerin der Tagespflege steht für christliche Werte wie Nächstenliebe, Respekt und Würde. Dies spiegelt sich in der wertschätzenden und einfühlsamen Betreuung der Gäste wider. Alle Tagespflegestätten der Diakonie bieten einen Fahrdienst an, der die Gäste morgens abholt und am Nachmittag wieder nach Hause bringt. Dieses Angebot wird rege genutzt. In Schenkenberg erwartet die Gäste eine moderne und gemütliche Einrichtung. Es gibt einen großen Tagesraum sowie Ruheräume – wahlweise mit Liegesessel, Couch oder Betten. Neben einer modernen Küche, einem Pflegebad und natürlich Behindertentoiletten sorgen Grünanlagen mit Spazierwegen und eine überdachte Freiterrasse für die gewünschten Wohlfühlmomente der Tagesgäste.
Noch sind freie Plätze in der Tagespflege vorhanden – Interessierte können gern melden.
Kontakte:
Tagespflege Schenkenberg
Rödgener Straße 4
034202-350972
tp-schenkenberg@diakonie-delitzsch.de
www.diakonie-delitzsch.de
Darüber hinaus gibt es eine Kooperation mit der Kirchengemeinde Schenkenberg und dem Verein „Scheune im Pfarrgarten Schenkenberg e. V., die einerseits die religiösen, seelsorgerischen und Lebensberatung suchenden Bedürfnisse der Klienten abdeckt und andererseits durch die hohe Frequenz verschiedener kultureller Angebote die Klienten mit einbezieht. Im Erdgeschoss soll weiterhin ein „Inklusions-Café“ entstehen. Ebenfalls gibt es schon eine kleine Bibliothek, die ihre Türen auch für die Gäste der Tagespflege öffnen wird. Doch nicht nur die Diakonie will den Komplex nutzen. Pfarrer Matthias Taatz: „Neun Vereine aus Schenkenberg und auch der Ortschaftsrat sind hier jetzt ansässig.“ Dazu gehören die Schachgruppe, die Landfrauen, die Schenkenberger Blasmusik e. V. – um nur einige zu nennen. Es ist also wieder Leben in die alte Schule in Schenkenberg eingezogen. Im Gespräch mit Pfarrer Matthias Taatz und Diakonie-Chef Tobias Münscher-Paulig konnte sich Staatsministerin Regina Kraushaar von all dem live vor Ort überzeugen. Andreas Bechert