
Gemeinsam mit den anderen Eltern wollen sie sich gegen die geplante Schließung ab 2027 wehren. Text & Foto: Steffen Brost (LVZ)
Glaucha. Der Gemeinderat Zschepplin hat dem freien Träger Diakonisches Werk Delitzsch/Eilenburg zum 31. Dezember 2026 den Überlassungs- und Nutzungsvertrag für die Kindertagesstätte Wolkenschäfchen in Glaucha gekündigt. Demnach soll es ab 2027 nur noch die drei gemeindeeigenen Einrichtungen in Zschepplin, Hohenprießnitz und Naundorf geben.
Jetzt laufen die Eltern Sturm gegen den Beschluss. „Hier ist nicht alles mit rechten Dingen zugegangen”, vermuten die beiden Elternsprecher Laura Wolkwitz und Thomas Achilles. Demnach soll es am 21. Oktober in einem nichtöffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung zu einer Abstimmung zur geplanten Schließung der Kita gekommen sein. Als Grund wurde ein stark zurückgegangener und weiter sinkender Betreuungsbedarf in der Gemeinde Zschepplin genannt. Da können die beiden Elternsprecher nur lachen. Denn aktuell ist die Einrichtung in Glaucha mit einem Auslastungsgrad von 96 Prozent besser besucht als alle anderen im Gemeindegebiet. Deren Auslastungsgrad liegt bei 81 Prozent (Zschepplin), 91 Prozent (Naundorf) und 93 Prozent (Hohenprießnitz).
„Wir haben 21 Plätze. Von denen sind zur Zeit 19 belegt. Anfang kommenden Jahres kommt noch ein Kind dazu. Und wir haben 2026 keine Schulabgänger. Wir wissen auch, dass Eltern mit den anderen Kitas in der Gemeinde nicht zufrieden waren und extra zu uns nach Glaucha gewechselt sind. Zudem gibt es auch ein Wunsch- und Wahlrecht, wo man sein Kind unterbringt”, erklärt Wolkwitz. Aktuell besuchen Kinder aus Bad Düben, Eilenburg, Tiefensee, Hohenprießnitz und Glaucha die Wolkenschäfchengruppe. „So wie es sich die Gemeinderäte vorstellen, dass nach einer Schließung der Kita in Glaucha diese Kinder in die anderen Einrichtungen innerhalb der Gemeinde Zschepplin wechseln, wird es nicht kommen. Wenn, dann gehen die Kinder sicher ganz woanders hin”, zeigt sich Achilles kämpferisch.
Was die Eltern stört ist, dass man bislang keinerlei Gespräch mit dem Träger geführt hat. „Wir haben beim Bürgermeister nachgefragt. Dort wurde nur lapidar gesagt, dass es Verhandlungen und Gespräche gibt”. weiß Wolkwitz. Doch so scheint es nicht zu sein. Denn auch der Geschäftsführer des Diakonischen Werkes Delitzsch/Eilenburg, Tobias Münscher-Paulig wartet noch auf ein Gesprächsangebot vom Bürgermeister Kay Kunath. Aktuell ist die Diakonie in Widerspruch gegen die Kündigung gegangen.
„Wir erwarten, dass man mit uns fair umgeht. Bislang habe ich nicht das Gefühl, dass das so ist. Für das kommende Jahr wünsche ich mir, dass das Problem offen und ehrlich angesprochen wird und wir eine Lösung finden. Ansonsten werden wir uns wehren”, kündigen Wolkwítz und Achilles an.
Die Eltern wollen jetzt mit einer großen Unterschriftenaktion für den Erhalt kämpfen. Denn immerhin lauft der Vertrag zwischen Gemeinde und Diakonie bis Ende 2029. „Wir haben hier einen großen Zusammenhalt unter uns. So leicht wird man uns nicht los”, so Wolkwitz weiter.